Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sah Schneidermeister Gotthard Bosold, der in diesem Haus am Katharinenstieg wohnte, wie die Wasserleitung in Treffurt entstand. Da die Bewohner des Katharinenstiegs unter schwersten Bedingungen ihr Trinkwasser mühsam mit Eimern aus dem Bonifatiusbrunnen heraufholen mussten, nahm er die Planung einer Wasserleitung in die Hand. 1907 berief er alle Bewohner des Katharinenstiegs und Schanzenwegs zu sich nach Hause. Einstimmig schlossen sich die 24 Haushalte zu einer Interessengemeinschaft zum Bau einer privaten Wasserleitung zusammen. Alle verpflichteten sich 800 Goldmark dafür aufzubringen und Arbeitseinsätze zu leisten. Wer nicht selbst arbeiten konnte, musste sich die nötigen Arbeitskräfte besorgen. Oberhalb des Friedhofs wurde am Wald ein Bassin mit dem Fassungsvermögen von 16 cbm in einer Tiefe von 2,5 m ausgehoben. Da für die Entnahme des Wassers aus dem Bonifatiusbrunnen keine Genehmigung zu bekommen war, musste 3 m entfernt vom Bonifatiusbrunnen ein Brunnen gegraben werden. Damit das Wasser vom Brunnen in den Hochbehälter gepumpt werden konnte, kaufte die Interessengemeinschaft eine 25 Meter hohe Windturbine, die hinter dem ehemaligen Gerätehaus der Feuerwehr aufgestellt wurde. War allerdings Windstille, saßen die Bewohner des Katharinenstiegs auf dem Trockenen, war starker Wind, lief der Hochbehälter über. Etwa 1920 wurde das Windrad dann durch eine elektrische Pumpe ersetzt. 1950 erfolgte die Überführung der Wasserleitung in Volkseigentum. Immer mehr Wendehäuser hofften nun auf einen Anschluss an die Wasserleitung
Dies ist eine Wendehäuser Erzählstation. GPS-Koordinaten dieser Erzählstation: 51.16365, 10.25092 Weitere Erzählstationen in der Nähe: - Katharinenstieg - am alten Spritzenhaus - Hochbehälter